Als eines Abends ein Skeptiker aus unruhigen Träumen erwachte, stand er auf, um seine Beine zu bewundern, denn während des Träumens hatte er völlig vergessen, wie es mit ihrer Beschaffenheit sei. Das Bett und die aufgeschleuderte Decke missachtend, gab er nun dem einzigen Fenster seines Zimmers genügend Aufmerksamkeit, sodass darin ein kleiner Mensch sichtbar wurde. Dieser steckte seinen Kopf aus einem Rahmen und schaute hinunter. Dem Skeptiker war kein Himmel sichtbar, der zu uninteressant sein musste, um seine Grauheit einzufangen. Dann richtete der kleine Mensch sich auf, ein lebendiges Bild, dem Skeptiker geradewegs ins Gesicht bannend. Letzterer klebte wie ein Gelähmter fest, ein Hauch zwischen der Scheibe und seinem geöffneten Mund ausharrend, dann drehte er sich mit einer schreckerzwungenen Bewegung um. Nun war er dem Rest des fast leeren Zimmers zugewandt. Eine Fotographie von einem Hund hing an einer der Wände. Die Nase des Hundes folgte seinem Körper bis an die Zimmerdecke, seiner Erscheinung und eigentlichen Gesetzen zufolge müssten gleichwohl seine Ohren sich dem Boden nähern, doch auch diese wurden von der obigen Leere angezogen. Der Skeptiker sah immer noch empor. Eine der beiden sichtbaren Zimmerecken erschien kahl und beschränkt, unwesentlich ausschauend, fast beleidigend. Die Gegenüberliegende hingegen war dunkel und tief, keine Zimmergeraden schnitten sich dort endgültig zusammen um an diesem ihrem vermuteten Ende die Benennung zu bedienen. Die Zeit glitt hinein, in diese Ecke und zugleich Nichtecke, sodass sie sich ausdehnte, zuerst langsam, dann etwas grausiger, dem Skeptiker wurden erneut seine Beine gewahr, diese gefesselten Dinger, dann verschlang das Dunkel die unter ihr befindliche Tür und Teile der Wände. Lebendig war dieses Ungetüm, das plötzlich ein gewaltiges Loch aus der Decke hinausbrach und Nebelschwaden ins Zimmer hineinblies. Winzige Lichtpunkte schimmerten ferngeglaubt aus diesem Bild hervor. Es trat die metallische Spitze eines Speeres hinaus, gefolgt von einem an der Waffe lehnenden Handgelenk, dann weitere Stücke, bis dass der Engel in ausgestreckter Form vor dem Skeptiker schwebte. Wie ein bewegungsloser Gedanke verstarrte der Engel in den Lüften des Zimmers. Dann brach er vereinzelt auseinander, ein Körper aus Schale, aus Glas, aus Goldblatt. Die Stücke wurden vor dem Erreichen des Erdbodens aufgesogen, der Speer schien sich in etwas hineingebohrt zu haben, zerspross dann ins Unkenntliche. Die zurückgekehrte Kraft in seinen Beinen spürend, drehte der Skeptiker sich seinem Bett zu, richtete das Laken, setzte sich auf den Rand, nahm die halb auf der Erde liegende, ganz sich rettende, mit einem Zipfel auf der Matratze festgekrallte Decke, legte sich und streifte sie über sein Haupt, alle Narrheiten davon. Am Morgen erwachte er und fand über seiner Tür hängend, eine winzige Holzfigur, die ihm noch nie dort aufgefallen war. Es war ein aufrichtiger Engel, in einer Hand ein Schwert, in der anderen eine Fackel führend.